2001 kontext : europa - THEATERIMPULSE AUS SKANDINAVIEN

27. April – 10. Mai 2001, Theater des Augenblicks, Wien

Als „Post–Mainstream“ bezeichnet der norwegische Theaterwissenschaftler Knut ove Arntzen den künstlerischen Prozess der letzten Jahrzehnte der skandinavischen Performancekunst:

Eine Mischung aus verschiedensten europäischen kulturellen Referenzen, mit denen teils ironisch distanziert, teils gewagt romantisch umgegangen wird.
Diese innovativen Geo-kulturellen Positionierungen werden just in den Arbeiten von Bühnen Künstlerinnen sichtbar, die grundsätzlich unabhängig vom Mainstream arbeiten, und an denen sich die Programmgestaltung von kontext:europa orientier. Den Beginn markiert ein Stück aus Polen, Referenz an das vergangene Jahr. Nach den Schwerpunktformationen aus Dänemark, Norwegen und Schweden wird das Festival mit einer Inszenierung aus der Türkei abgeschlossen, eine Voraussicht auf den kommenden kontext: europa Event.

Folgende Produktionen wurden präsentiert

Teatr Cinema (Polen) "BILARD"
Text, Bühne, Regie: Zbigniew Szumski
DarstellerInnen: Iza Terek, Honorata Magdeczko Capote, Anna Szymanska, Beata Skibinska, Katarzyna Rotkiewicz, Malgorzata Walas-Antoniello, Jan Kochanowski, Wlodzimierz Dyla, Darius Skibinski, Tadeusz Rybicki

Tsuumi Dance Company (Finnland) „IN SERCH OF LOVE“
TänzerInnen: Reetta-Kaisa Pirhonen & Timo Saari
Musik: Hannu Kella (accordion)

Bal//Verk (Dänemark/Norwegen) "THE ORCHARD WAS ALL WHITE"
Regie: Thomas Storm
Dramaturg: Henrik Vestergård
Textbearbeitung: Gritt Uldall-Jessen
Scenografie: Joachim Hamou
Kostüm: Anne Mette Juul
Ton: Jørgen Knudsen
DarstellerInnen: Oskar Skulstad, Fredrik Hannestad, Saila Hyttinen, Anders Mossling

Staffan Eek – H/P (Schweden) "MEANING: ZERO"
Choreographie und Tanz: Staffan Eek
Musik, Video: Ztsu
Licht: Frederik Lundström
Kreativ-Assistenz: Tobias Jönsson

Claire Parsons & Ztsu (Schweden) „REPLY“
(video-installation für geklonte körper und computer-bearbeitete choreographie)

Jo Strømgren Company (Norwegen) "THERE"
Choreographie: Jo Strømgren
DarstellerInnen und TänzerInnen: Jan Ivar Lund, Espen Reboli Bjerke, Torbjørn Harr, Kyrre Texnaes
Ausstattung: Jo Strømgren
Musik, Sounddesign: Lars Årdal, Jo Strømgren
Licht: Stephen Rolfe
Produktion: Agnes Kroepelien

Krement X (Norwegen) "GYM"
Koproduktion mit dem Theater des Augenblicks und Bergen International Theatre
Textauszüge: Peter Handke (Kaspar, Selbstbezichtigung), Don Delillo (The Day Room)
Idee und Regie: Morten Traavik & Company
PerformerInnen: Ulla Marie Broch, Morten S. Christensen, Anna Dworak, Morten Traavik
Bühne: Morten Traavik
Musik: Ejay Dance 3 Interactive Music Maker
Licht: Stephen Rolfe
Sounddesign: John Hegre
Produktion: Dag Haugstvedt

"5. Sokak Tiyatrosu (Türkei) "AY TEDİRGİNLİĞİ/ PERTURBATION
Text: Özen Yula
Konzept: Mustafa Avkiran, Naz Erayda
Regie: Mustafa Avkiran
DarstellerInnen: Derya Alabora, Murat Karasu
Ausstattung und Kostüme: Naz Erayda
Choreographie: Övül Avkıran
Musik: Armagan Kulualp, Hakan Baycılı
Psychodrama: Deniz Altınay
Produktionsassistenz: Evren Erbatur, Mahir Yıldız

kontext : europa 's Erfolg und das Echo des Publikums waren in erster Linie verantwortlich dafür, dass ein weiteres Fest im Jahr 2001 folgte. Außergewöhnliche zeitgenössische Performance-Kunst von den Rändern Europas war das zentrale Thema. Vom 27. April bis 10. Mai 2001 hat sich kontext: europa auf weniger etablierte Ensembles aus Skandinavien konzentriert. Mit der Eröffnung blickte man zunächst zurück auf die Regionen des vergangenen Jahres, und wurde ergänzt durch den Abschluss des Symposiums, "Zeitgenössisches Theater und Tendenzen in der Kulturpolitik Skandinaviens", zusammen mit einer Beitrag aus Finnland. Schließlich wurde mit einer türkischer Produktion die Verbindung zu kontext: europa 2001. abgerundet

Scandinavisches Theater hat eine wichtige Rolle in der Geschichte der europäischen Performance-Kunst. Ibsen und Strindberg gehören zu den Grandseigneurs der nordischen Theater und die mystische Schönheit der düsteren Filme von Ingmar Bergman ist nicht nur den Cineasten bekannt. Heute kann die Theatersprache des skandinavischen Raums als "post-Mainstream" bezeichnet werden (Knut Ove Arntzen, Theaterwissenschaftlerin): eine Mischung aus mehreren europäischen kulturellen Bezügen teilweise aus ironischer Distanz oder mit kühner Romantik behandelt.
Im Zentrum der vielfältigen Arbeiten standen vor allem Fragen des Individuums zwischen Isolation und Beziehung, seine Wünsche, Möglichkeiten und Gegebenheiten in einer modernen Welt. Die Darbietungen kombiniert Tanz, Theater, Musik und Video mit subtilen Techniken der Inszenierung, Humor und drastische Komik, sowie die Freude am Experiment.

Symposion

ZEITGENÖSSISCHES THEATER UND KULTURPOLITISCHE TRENDS IN SKANDINAVIEN
Mitwirkende: Ulf Birbaumer, Knut Ove Arntzen, Anna Dworak. Moderation: Gabrielle Pfeiffer